Mitgliederversammlung 2016  

Grüße von Overseas stehen am Anfang der diesjährigen Mitgliederversammlung: Rüdiger Stubben, offizieller derzeitiger 2. Vorsitzender des TC Rot-Weiss Eltville und seit Juli 2015 unser rot-weisser Außenposten in Detroit, grüßt uns per Powerpoint-Slide und wacht damit symbolisch aus der Ferne über die Mitgliederversammlung.

Unser erster Vorsitzender, Markus Preis, beginnt die Berichte aus den Vorstandsreihen mit einem positiven Rückblick auf 2015 – erfolgreich haben wir Turniere und Medenrunde im vergangenen Jahr absolviert. Aber auch abseits des Platzes hat sich Vieles in die richtige Richtung bewegt: Die Sanierungsmaßnahmen schreiten voran. Die Teilnahme am Sektfest im vergangenen Jahr war zwar aufwändig, lohnt sich aber für den Verein in doppelter Hinsicht: Der TC Rot-Weiss Eltville steigert seine Bekanntheit und generiert gleichzeitig wertvolle Einnahmen. Can und Aylin, unsere in 2015 mit viel Energie und frischem Wind gestarteten Gastronomen, untermauern am Abend der Mitgliederversammlung mit schmackhaften Kreationen aus der über den Winter aufgerüsteten Küche, dass sie die Absicht haben, uns auch 2016 wieder kulinarisch zu verwöhnen. Unsere  Gastro-Chiefs verfügen jetzt über einen neuen Pizzaofen, eine neue Profi-Kaffeemaschine und  einen neuen Grill.

Gut, dass jeder als Mitglieder zu Beginn der Saison über Verzehrbons verfügt – sollte es eine Einstiegshürde geben, regelmäßig auf Clubterrasse oder -restaurant zu Gast zu sein, ist diese damit genommen: 45€ hat jeder Erwachsene auch 2016 wieder als Motivationsspritze zu Beginn der Saison, um das kulinarische Angebot von Can und Aylin für sich zu entdecken. Mögen 2016 alle Mitglieder ihre Verzehrbons zu Saisonbeginn abholen, möglichst früh im Jahr bei Can einlösen und in den Folgewochen und -monaten viele Speisen und Getränke im TC Rot-Weiss Eltville geniessen. Das ist der Weg zum Erfolg unseres Gastronomiekonzepts.

Bruch ohne Überleitung... Finanzthemen: unser 1. Vorsitzender Markus Preis berichtet von dünnen Finanzdecken. Spendenaufrufe aus der Mitte der Mitgliederschaft brachten im vergangenen Jahr 6.600€... aber von 13 Mitgliedern! „Merci“ sagt die Menge der mehr als 350 Mitglieder. Dringend notwendige Investitionen in die Anlage konnten 2015 durchgeführt werden – vor allem Sanierungsarbeiten auf den Plätzen und Verbesserungen an der teilweise bedenklich überalterten Technik. Für 2016 gibt es keine Mammut-Aufgaben zu stemmen, aber dennoch werden einige wichtige Maßnahmen anvisiert. So soll z.B. die Beregnungsanlage auf den Plätzen 5-7 erneuert werden und die Tenniszäune auf der Anlage instandgesetzt werden. Für die Folgejahre stehen dann wieder große Projekte an, denn die von uns mit der Platzpflege beauftragte Firma Derstroff stellt fest: eine Komplettsanierung aller sieben Plätze wird in absehbarer Zeit notwendig sein, um die Platzqualität auch in den kommenden Jahren abzusichern. Kostenpunkt (leider) 10.000-15.000 Euro pro Platz. Unsere Plätze sind aber zumindest für diese Saison bestens vorbereitet und Paul Derstroff hat zu Jahresbeginn auch eine positive Botschaft für die Mitglieder: „Wenn's Wetter schön ist, könnt Ihr Ostern drauf“.

Unser 1. Vorsitzende schließt seinen Part mit einem persönlichen Aufruf: Im vergangenen Jahr mussten im Verein größere Umstrukturierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der amtierende Vorstand hat viel Zeit und Arbeit investiert, den Verein in puncto Tennisanlage und Aufstellung der Vereinsstrukturen zukunftsfähig zu machen. Leider führte dies - auch bzw. vor allem im Bereich des Outsourcing des Trainingsbetriebs - dazu, dass zwischenzeitlich immer mal wieder dicke Gewitterwolken am Vereinshimmel aufzogen und das clubinterne Stimmungsbarometer schon ab Spätsommer auf „zeitweise frostig“ umschwang. Wir mussten im Vorstand die Erfahrung machen, dass die Unterstützung für uns Ehrenämtler schnell kippt, wenn Entscheidungen nicht nachvollzogen und vielleicht auch deshalb nicht gutgeheissen werden können. Deshalb der explizite Appell: Wenn Mitglieder den Verein betreffende Fragen oder sogar Sorgen haben, sind alle gebeten - ja sogar aufgefordert -, diese umgehend im direkten Dialog mit dem Vorstand anzusprechen.

Im anschließenden Punkt „Finanzlage“ geht ein vom Vorstand für die Mitgliederversammlung eingeladener externer Profi auf die von Markus Preis angeschnittene Thematik ausführlich ein: André Hildebrandt vom Steuerberatungsbüro Hildebrandt + Partner erläutert anschaulich die Notwendigkeit der Umstrukturierungsmaßnahmen. Somit haben alle Mitglieder, die der Einladung zur Versammlung gefolgt sind, die Möglichkeit, tiefer in die komplexe Thematik „Ehrenamtliche Steuerung gemeinnütziger Vereine“ einzutauchen und sich sämtliche Fragen zu dieser komplexen Thematik direkt vom Fachmann beantworten zu lassen. André Hildebrandt veranschaulicht  steuerliche Rahmenbedingungen, finanzielle Zusammenhänge und das wackelige (meist von anderen Ehrenämtlern übernommene) Terrain, auf welchem man als Vorstand eines gemeinnützigen Vereins agiert. Durch seine Expertise und Beispiele aus seiner eigenen Erfahrung in der Vereinsarbeit gelingt ihm dies so gut, dass nur wenige Fragen aufkommen. Somit besteht nun vorstandsseits die Hoffnung, dass spätestens jetzt jeder die Umstände, unter denen der Vorstand arbeitet, versteht und damit auch die durchgeführten Maßnahmen nachvollziehen kann. Sonst hätten der Vorstand eine umgehende Rückmeldung aus den Reihen der Anwesenden erwartet - hier schließt sich der Kreis zum von Markus Preis geäußerten Appell.

Thomas Wycisk „Chief Financial Officer“ zu nennen, wäre formal inkorrekt, spiegelt aber deutlich besser wider, womit sich der Kassenwart des TC Rot-Weiss Eltville beschäftigt: Seine Präsentation zur Finanzlage des Vereins folgt und gibt den Anwesenden durch Umsatz- und Ertragsrückblicke und -vorschauen ein rundum-Bild der finanzellen Situation. Die Vereins-ressourcen, durch Mitgliedergebühren oder andere Kanäle wie Zuschüsse, Spenden oder durch Veranstaltungen erzielt, stehen anfallenden Kosten für den laufenden Betrieb und notwendigen Investitionen gegenüber. Die Botschaft zusammengefasst lautet: Durch die Umstrukturierung / das Outsourcing des Trainingsbetriebs weist unsere Bilanz nun deutlich niedrigere Umsätze aus. Da diese langjährige Baustelle nun geschlossen ist, kann sich der Verein in den kommenden Jahren auf die Entschuldung fokussieren. Das ist aus finanzieller Sicht die Prio 1 im Club und wenn so weiter gesteuert wird wie bisher, werden wir dieses Ziel voraussichtlich in ca. 15 Jahren erreicht haben.

Der Kommentar der  Kassenprüfer zum Bericht ist obligatorisch. Michael Breiner bestätigt: keine Beanstandungen, er empfiehlt, dass der Vorstand entlastet werden sollte.

Die vorausgegangene Saison aus sportlicher Sicht zu beleuchten, ist das Thema von Andreas Maurer: Wir können uns freuen über drei erfolgreich durchgeführte Turniere mit insgesamt 179 Turnierteilnehmern, das ist eine Steigerung von über 20% zum Vorjahr, die vor allem durch die starke Teilnahme im Jugendbereich zu verdanken ist. Ebenfalls um über 20% gesteigert hat sich die Gesamtzahl der Spielerlizenzen des TC RW Eltville. Mehr als 250 Mitglieder werden in diesem Jahr in einer Mannschaft gemeldet sein! Wir werden mit zwei Mannschaften mehr als im Vorjahr aufschlagen, denn es wird – aufgrund des Eintritts vieler spielstarker junger Männer – eine zweite Herrenmannschaft geben und unsere Herren 60 werden nach einem Jahr Spielpause wieder an den Start gehen.

Auch in der Präsentation des Sportwarts ist die Neuvergabe des Trainings Thema. Gemeinsam mit Markus Preis betont Andreas Maurer, dass der Verein dem langjährigen Vereinstrainer Uwe Becker viel zu verdanken hat. Dennoch kann der gesamte Verein froh sein, dass sich mit Uwe Havekost ein Unternehmer gefunden hat, der bereit war, Verantwortung für das finanzielle Risiko zu übernehmen, welches die Übernahme des vom Tennisclub zu vergebenden Aufgabenpaket impliziert. Die Trainings-Hallenstunden im Winter in der Wallufer Halle z.B bedeuten Auftragsvergabe mit entsprechender Absicherung im deutlich fünfstelligen Bereich. Uwe Havekosts Gesellschaft Macherwerk24 ist hier sehr kurzfristig bereit gewesen, dem Vorstand und damit dem Verein den „Stein vom Herzen“ zu nehmen. Ein funktionierendes Trainerteam für 2016 zu verantworten, ist ebenfalls Teil der Aufgabe, die inzwischen komplettiert ist. Neben Steffi Schwarz, Nico Kaltwasser und Assistenztrainer Sören Ambrosius aus dem bisherigen Eltviller Trainerteam werden sowohl Cheftrainer Uwe Havekost als auch der im Winter 2015 zum Team dazugestoßene B-Lizenztrainer Alexander Iljew als Trainer für den TC Rot-Weiss Eltville fungieren.

Aus den Reihen der anwesenden Mitglieder gibt es spontanes Feedback. Der Grundtenor ist ausgesprochen positiv, das Training wird sowohl von Kindern als auch Erwachsenen als gut beurteilt und die durch den Umbruch zum Ende der Sommersaison entstandenen Anlaufschwierigkeiten sind inzwischen überwunden. Die Kinder seien „wirklich heiß auf's Training“, hört man aus der Fraktion der Eltern.

Dass auch Uwe Havekost voll motiviert mit seiner Eltviller Klientel in die Sommersaison startet, schildert der neue Cheftrainer im Folgenden kurz selbst. Er ist inzwischen bestens angekommen in unserem Verein und wird 2016 für die H50-Mannschaft antreten. Den Mix aus unterschiedlichen Kindern hat er über den Winter gut kennen und einschätzen gelernt. Von den Mädchen zeigt er sich begeistert, aus den Jungs möchte er noch einiges mehr an spielerischem Können herausholen.

Jugendwartin Natascha Brox freut sich über die spürbare Entlastung, die diese Neuorganisation vor allem auch für ihr Ressort bringt. Das Interesse an unserem Angebot für Kinder und Jugendliche steigt  - und damit die Positivnachrichten, die aus Eltville kommen. Neue Rekordzahlen von Teilnahmen und Platzierungen bei den Kreismeisterschaften sind ein Punkt, den man in diesem Zusammenhang erwähnen muss. Das deutlich vermehrte Interesse unserer Kids daran, sich auf Turnieren untereinander zu messen, ein zweiter Indikator dafür, dass wir mit unserer Jugendarbeit auf richtigem Kurs sind. Durch die um 30% gestiegenen Mannschaftsmeldungen im Jugendbereich gilt es, 2016 neun Jugendmannschaften auf Kreis- und Bezirksebene zu betreuen. Eine Infoveranstaltung zur Organisation und Mannschaftsführung in der Medenrunde werden Natascha Brox und Co-Jugendwartin Tatjana Maurer nach Ostern durchführen.

„Tue Gutes und schreibe darüber“ ist die Grundmaxime der Kommunikationsarbeit des Vereins. Auf  den unterschiedlichsten Kanälen – in der regionalen Presse und zunehmend auf Onlinemedien, die immer mehr an Relevanz für Informations-suchende gewinnen. Mit einem Übersichts-Slide der Pressewartin Inga Olze, welches kurz veranschaulicht, wie der TC Rot-Weiss Eltville sowohl vereinsintern aktiv informiert als auch extern promotet wird, endet die Berichterstattung des Vorstands.

Der Vorstand wird offiziell entlastet, Neuwahl werden durchgeführt. Wahlleiter Christian Puscher spricht ein Lob für die detaillierte Berichterstattung aus. Der bisherige Vorstand stellt sich – mit zwei Veränderungen – wieder zur Wahl. Leo Palm hat viele Jahre wertvolle Vorstandsarbeit in unterschiedlichen Positionen geleistet. Sie stellt sich nicht mehr zur Wahl auf.* Unser 2. Vorsitzender, Rüdiger Stubben, hat die Vorstandsarbeit im vergangenen Jahr zwar immer noch durch Input aus den USA bereichert, nun muss der Verein aber die Lücke sauber schließen, die hier im Frühjahr 2015 entstand. Andreas Maurer bietet an, das Amt des 2. Vorsitzenden zu übernehmen. Der bisherige 2. Sportwart, Thorsten Max, stünde als 1. Sportwart zur Verfügung. Bastian Schunack, der dem Verein in 2015 beitrat, wird als 2. Sportwart vorgeschlagen. Dieses Team stellt sich geschlossen zur Wahl und wird – unter Enthaltungen der Kandidaten – einstimmig gewählt. Um viertel nach neun ist die Wahl abgeschlossen und nachdem Michael Breiner und Dirk Zuther als zukünftige Kassenprüfer bestellt wurden, ist es Zeit für die Mitgliederanträge.

Antrag 1 hat zum Ziel, die zu leistenden Arbeitsstunden von 5 auf 7 zu erhöhen und das Alter für die Ableistpflicht für Arbeitsstunden auf das vollendete 16. Lebensjahr abzusenken. Die große Mehrheit der versammelten Mitglieder ist dafür und damit gilt diese neue Regelung ab sofort, d.h. bereits für die jetzt beginnende Saison.

Der folgende Antrag „Beachtennis“ wird länger und kontrovers diskutiert mit dem Ergebnis, dass die anwesenden Mitglieder mehrheitlich für den Bau eines Beachtennisplatzes votieren und der Vorstand mit der Realisierung des Projektes beauftragt ist.

Schließlich wird der Antrag „Mitgliedervertetung“ mit großer Mehrheit angenommen. Es soll ein den Vorstand beratendes Team gebildet werden, das sich aus einem U18-Elternvertreter, einem Jugendvertreter und einem Vertreter aus dem Kreis der aktiven Mannschaftsspieler / Altersklassenspieler zusammensetzt. Der Vertreter der jeweiligen Interessensgruppe wird aus dem Kreis der Mitglieder der Interessensgruppe gewählt.

Last but not least: Auch engagierte Mitglieder, die Interesse haben, im Sponsoringbereich konzeptionell für den TC Rot-Weiss Eltville neue Wege zu gehen / in einem zu gründenden Förderverein mitzuarbeiten, werden gesucht. Interessenten können sich bei Uwe Havekost melden, welcher Initiator dieses Projekts ist.

Damit sind die Ziele gesteckt und die Aufgaben gestellt sowie teilweise schon verteilt. Es war ein Abend voller Anregungen und Ausblicke für die kommende Saison. Und ein erneuter Beleg dafür, wie wichtig das Interesse jedes einzelnen Mitglieds an seinem Verein ist. Wie essentiell der Austausch zwischen Mitgliederbasis und den gewählten Vorstandsmitgliedern ist. Die Mitgliederversammlung ist immer ein Zeichen dafür, dass - nach der für Tennisspielern besonders dunklen Jahreszeit der abgehängten Netze und mit Steinen beschwerten Linien (und in diesem Jahr einer Vielzahl an merkwürdig verkohlten Tennisbällen auf den winterfesten Plätzen) – bald wieder berechtigte Aussicht darauf besteht, am Fuße der Weinberge in der Sonne und mit dem Schläger in der Hand der gelben Filzkugel hinterherjagen zu können. (Inga Olze)

 

*Anm. d. Red: Vielen Dank für Dein Engagement, liebe Leo! Wir wissen Dein Angebot zu schätzen, nach wie vor unterstützend für den Verein tätig zu werden... wir werden drauf zurück kommen & hoffen, Dich in jedem Fall im Sommer häufig auf der Anlage – am besten natürlich auf dem Platz – anzutreffen!

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